ACH DU LIEBE ZEIT Hochverehrte Leserschaft!Nur noch wenige Tage bis zu unserer einmaligen Zeitrevue “ACH DU LIEBE ZEIT”, ein literarischer und musikalischer Nachmittag, am 3. Oktober 2011 zwischen 14.30 Uhr und 18.00 Uhr in Neustadt-Bordenau im Dorfgemeinschaftshaus. Und um Sie während der heiter-besinnlichen Veranstaltung auch richtig wissenschaftlich über das Thema informieren zu können, haben wir den Hannoveraner Doktor der Physik Hartmut Grote gewinnen können. Er referiert zusammen mit seinem Gehilfen Mauthe über dieses brisante Thema: „Was ist die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiss ich es. Soll ich es einem Fragenden erklären, weiss ich es nicht.“ Das hat Augustinus gesagt. Ein Physiker wäre da vielleicht etwas weniger bescheiden. Er oder Sie hat eine Definition. Wir werden sie hören. Es gibt aber noch ein ganz anderes Problem mit der Zeit, nämlich, dass sie nicht wie Newton uns einst verkündete immer gleich abläuft, unabhängig von Raum und Bewegung. „Nein, nein“, ruft uns Einstein zu, „weit gefehlt“. Für verschiedene Objekte ist auch der Verlauf der Zeit verschieden, und zwar abhängig davon, wie und mit welcher Geschwindigkeit Sie sich durch den Raum bewegen. Deshalb lautet unser Motto: „Bewegte Uhren gehen langsamer.“ Aber es ist viel fundamentaler als „Bewegung hält jung.“ Als Passagier in einem Flugzeug altern Sie womöglich langsamer auch beim Nichtstun. (Ist es Ihr Ziel lange zu leben?) Sollte uns das in Bordenau kümmern? Ja! Wir werden mit bewegten Weckern experimentieren. Wir werden über fliegende Atomuhren hören. Wir werden dem Zwillingsparadoxon auf den Grund gehen. Gute Reise!
Roger Willemsen Hochverehrte Leserschaft!In einem Offenen Brief haben wir den bekannten Kulturjournalisten Roger Willemsen (Link zur Wikipedia) zur Mitwirkung in Bordenau eingeladen: “Lieber Herr Willemsen,wir möchten Sie ganz herzlich einladen, bei unserer Zeitrevue “ACH DU LIEBE ZEIT”, ein literarischer und musikalischer Nachmittag, am 3. Oktober 2011 zwischen 14.30 Uhr und 18.00 Uhr in Neustadt-Bordenau mit einem kurzen Text aus Ihrem Buch KNACKS mitzuwirken. Wir sind eine kleine, engagierte Literaturinitiative am Rande der Zeit und doch mittendrin, hier wirken seit vielen Jahren interessierte Menschen zur Lese- und Leserförderung zusammen. Wir haben FAUST spielend gelesen und lesend gespielt, ... im letzten Jahr haben wir Dylan Thomas´ UNTER DEM MILCHWALD als "sichtbares Hörspiel" gebracht - mit Erfolg. In diesem Jahr widmen wir uns ganz dem Thema ZEIT, wie ja die niedersächsischen Musiktage auch und übrigens auch das VGH-Literaturfestival. Es liegt in der Luft: es ist Zeit ... Neben vielen interessanten Gedichten und Geschichten, auch Hebels UNVERHOFFTES WIEDERSEHN zum Beispiel, sind wir natürlich auch auf Ihr Engagement gestoßen, wobei wir Ihre kulturelle Arbeit seit Jahrzehnten mit Bewunderung verfolgen, von Willemsens Woche über Fotoband Hongkong bis an die Enden der Welt!! Neben Ihrer Veranstaltung in Walsrode (24.9.11), zu der wir gerne kommen möchten, sind wir auf sehr interessante Stellen in Ihrem Buch KNACKS gestoßen, besonders auf Seite 178 zum Thema Veränderung von Gemälden durch die Zeit: “...auch die Zeit malt mit an der Veränderung des Bildes:” Ich habe heute dazu eine Verlagsanfrage zur Erlangung der Rezitationsrechte gestartet. Nun würde Ihre Mitwirkung, die sich dann ohne weitere Vorarbeit auf das Vorlesen dieser oder einer von Ihnen ausgewählten Stelle im Rahmen unseres Nachmittags beschränken könnte, eine sehr große Unterstützung bedeuten, weil es zeigte, wie sehr Sie solche kulturelle Initiativen wertzuschätzen vermögen. Sie sind an diesem 3. Oktober ab 18.00 Uhr im Kloster Mariensee in Neustadt am Rübenberge zu einer Benefiz-Veranstaltung des Afganischen Frauenvereins, circa 12 Kilometer von unserem Dorf entfernt. Ließe sich Raum und Zeit so "krümmen", dass Sie Lust bekämen, die literartopografische Nähe zu einer kurzfristigen Stippvisite (!) zu nutzen, wobei wir dem Publikum auf Ihr knappes Zeitfenster aufmerksam machen würden und zur Unterstützung des Afganischen Frauenvereins aufrufen könnten. Nebenbei suche ich noch die Unterstützung eines hiesigen Uhrenhändlers, der ein kleines Honorar für Sie als Spende möglich macht. Ich würde mich überzeitlich freuen, wenn Sie ans Ende des Neustädter Landes kämen - und außerdem habe ich eine Wette über einen Kasten Bier laufen, dass ich es schaffe, Sie zu uns zu “löcken”. Bitte! Bitte! Ihr Martin Drebs, selbsternannter Generalintendant der kleinsten Kulturinitiative Deutschlands”
Der "Eine-Welt-Laden" Hochverehrte Leserschaft!Ist die Erde eine Scheibe oder Kugel? Okay, wir wissen es, aber so ganz erfassen können wir es zu Fuß platterdings nicht; wir leben mit unseren Familien oder alleine in unseren Kommunen und Ländern und Sprachen, doch dass die Welt unendlich groß und rund ist, begreifen wir kaum. Von hier aus ahnen wir noch die Küsten der Meere, doch schon die Weite des Atlantischen Ozeans ist kaum vorstellbar und dann die vielen anderen Menschen auf der anderen Seite, an den vielen Ufern. Doch es ist “Eine Welt”, und so wie die Wetter zusammengehören, die Meeresströme die Erde umkreisen, so durchdringen sich Handel (China lächelt von ferne) und Wirtschaft, so auch die Streitigkeiten der Völker, unsere Geschichte und die Geschichte der Welt, das Ringen um Wohlstand und der Kampf um die Menschenrechte. Stellen wir uns für einen Moment diese Erde mit all ihren Menschen einmal als “Eine Welt” vor, in der alle Völker und Gebiete, jedes Land etwas Konstruktives zum weltweiten, brüderlichen und schwesterlichen Zusammenwirken beitragen könnte: die Deutschen ihre Gründlichkeit und Tiefe, die Italiener und Afrikaner ihre Lebensfreude, die Amerikaner ihre Großzügigkeit, die Inder ihre Spiritualität, die Schweizer ihre Sparsamkeit, die Litauer ihre Sangesfreude, die Japaner ihre Geduld, die Finnen ihre Sauna, die Araber ihre Dynamik, die Isländer ihre Geschichten, undsoweiter, und bilden Sie selbst ein paar Beispiele! Und die Welt würde zusammenwirken und lebenswert vielfältig sein. Finden Sie das unmöglich und utopisch? Schon immer haben sich Politik und Literatur bei der Formulierung von Utopien gegenseitig befruchtet. Und dieses Unmögliche haben eine Reihe Neustädter Bürger vor 20 Jahren gewagt und den “Eine-Welt-Laden” eröffnet, um mittels fairem Handel und einer Reihe ausgewählter Veranstaltungen etwas zu einer fairen Welt beizutragen. Und am Samstag feiern sie in der Mittelstraße 19 von 10.00 bis 14.00 Uhr, und dabei halten sie einen kleinen Zipfel der Utopie in Händen.
Humorlos: Loriot ist tot Hochverehrte Leserschaft!
Loriot ist tot, sagt Frau Müller-Lüdenscheid.
Ich habe dich so lieb Hochverehrte Leserschaft!
Bei unserem Suchen und Finden für unsere
ZEIT-Revue am 3. Oktober 2011, übrigens jetzt ab 14.30 Uhr, also nach Gottesdienst und nach Mittagessen, stoßen wir auf immer schönere Texte, zum Beispiel von Joachim Ringelnatz “Ich habe dich so lieb”:
Sofja Tolstaja Hochverehrte Leserschaft!Der “Büchergarten Bordenau” lädt wieder zu einer außergewöhnlichen Lesung am Sonntag, 4. September 2011, um 16 Uhr in die Hans-Zühlke-Str. 3 bei Familie Korte ein: Sofja Tolstaja (1844-1919) - Mein Leben mit Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910). Dass hochbegabte Frauen im Schatten hochbegabter Männer stehen, ist nichts Außergewöhnliches. Dem Angebeteten zuliebe leisten sie Verzicht, werden im besten Fall zu Musen, im schlechtesten zu Haushälterinnen. Dies ist auch das persönliche Schicksal der Sofja Tolstaja. Sie war blutjung, als sie den 16 Jahre älteren Grafen und von ihr verehrten Schriftsteller Lew Nikolajewitsch Tolstoi heiratet. Die ersten Ehejahre bringen Erfüllung. Dreizehn Kinder werden geboren. Sofja hilft ihrem Mann bei der Abschrift seiner Werke und unterstützt ihn in Wirtschaftsdingen. Die neunzehn Jahre bis 1881, die die Familie zurückgezogen auf ihrem Landgut Jasnaja Poljane verlebt, sind für Sofja die besten ihres Lebens. „Das Bewusstsein, einem Genie und großen Menschen zu dienen, gab mir Kraft zu allem“, heißt es in ihren Erinnerungen. Und auch Tolstoi frohlockt: „Ich glaube, so glücklich wie ich ist wohl nur ein einziger unter einer Million.“ Tolstois Ruhm wächst stetig. Doch dann siedelt die Familie nach Moskau über, um den Kindern eine angemessene Ausbildung zuteil werden zu lassen. Und plötzlich scheint alles aus dem Ruder zu laufen: Drei Kinder sterben. Tolstoi wendet sich zunehmend von der Literatur ab und beschäftigt sich lieber mit religiösen und gesellschaftlichen Fragen. Er entwickelt radikale, ja verschrobene Überzeugungen. Nüchtern konstatiert Sofja: „Unser Leben ist entzweit: Ich mit den Kindern, er mit seinen Ideen .... Ich sollte selbständig anfangen, an etwas zu arbeiten, sonst vertrocknet meine Seele noch ganz.“ Als Leo Tolstoi die ebenso frauen- wie lustfeindliche „Kreutzersonate“ im Jahr 1890 zu Papier bringt, schreibt Sofja einen Gegenroman, den sie aber unveröffentlich lässt. Fünfundsiebzig Jahre nach Sofjas Tod 1919 wird ihr Werk „Eine Frage der Schuld“ im Nachlass entdeckt. Eine kleine Sensation, weil damit ein schriftstellerisches Talent zutage tritt, das bisher im übergroßen Schatten des berühmten Mannes verborgen war. Die Veranstaltung findet bei schlechtem Wetter in der St. Thomas Kirche in Bordenau, Am Kampe 3, statt – alles bei freiem Eintritt. Anmeldung mittlerweile dringend geboten: 05032/4434.
Kinder, wie die Zeit vergeht! Hochverehrte Leserschaft!Kinder, wie die Zeit vergeht! Eben noch wurden wir fotografiert und jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis zur Darbietung zum Thema ZEIT am 3. Oktober 2011 in Bordenau . Wir wollen die Zeit nicht nur witzig, poetisch und geistreich beleuchten, sondern auch die vergangene Zeit in Bordenau erhellen . Vor über zehn Jahren veranstaltete die Stiftung Bordenau die Foto-Aktion MOMENTAUFNAHME. Ein Dorf nahm Platz auf einer Bank, und Werner Schmidt und Ingolf Heinemann fotografierten die Menschen, Gruppen, Vereine und Einzelpersonen . Seither ist viel Zeit vergangen. Manches hat sich verändert. Für unser Projekt am 3. Oktober, bei dem wir einige der Fotos als Projektionen einspielen wollen, suchen wir noch Zeitgenossen und Zeitgenossinnen, vielleicht sogar eine ganze Schulklasse von damals, die sich zu den Fotos und den darauf abgebildeten Menschen und der seitdem vergangenen Zeit äußern möchten. Bitte melden Sie sich bei Martin Drebs Tel.: 05032-1426, damit wir uns zu einem filmischen Interview verabreden können.
Uwe Tellkamp: Der Turm Hochverehrte Leserschaft!Uwe Tellkamp hat mit seinem Roman "Der Turm" über die letzten sieben Jahre der DDR Zeitgeschichte geschrieben. Im Zentrum steht Christian, auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Und so wie am 3.Oktober ab 11.00 Uhr in Bordenau die Uhren eine wichtige Rolle spielen, beschreibt Uwe Tellkamp Christians Begeisterung für Uhren: "Christian sah nach der Uhr: sechzehn Uhr sechsundvierzig, bald würde sie schlagen, fünf klangvolle Gongtöne würden durch Zimmer und Haus schweben. Die seltsame Konstruktion der Uhr hatte Christian schon als Kind gebannt, oft hatte er davorgestanden und sich von Meno den Mechanismus des Perpendikels und des Gangwerks erklären lassen: Alle zehn Minuten schlug die Uhr, war es zehn Minuten nach, dann einmal, zweimal bei zwanzig, dreimal bei dreißig und so fort; sechsmal für die volle Stunde, die nach einer Pause ihren Wert geschlagen bekam; war es Mitternacht oder zwölf Uhr, ertönten achtzehn Gongschläge. Was Christian aber am meisten beeindruckte, war die zweite Uhrenscheibe unter dem Ziffernblatt, ein fleckig nachgedunkelter Messingkreis, an dessen Rand der Zodiakus eingraviert war; ein breiter Rahmenzeiger, im Zentrum das Sonnenzeichen, wies die Sternenzeit. In die Kreisfläche waren Sternbilder eingepunzt, die Hauptsterne hatte der Graveur etwas größer als die übrigen markiert und durch Nadelrißlinien miteinander verbunden. Schlangenträger, Haar der Berenike, Nördliche Krone, Walfisch -- Christian erinnerte sich an die Bezauberung, die diese Worte und dann die lateinischen Übersetzungen in ihm bewirkt hatten, wenn Meno sie halblaut und beinahe wehmütig gesprochen hatte vor der Uhr, dabei auf die Gravuren weisend - das erste Mal an einem Abend vor etwa zehn Jahren, als sie ihm, dem siebenjährigen Christian. wie eine unbestimmbare, aber angenehm wirkende Substanz ins Ohr geträufelt waren..."
Musik der Dorfmusikanten klingt aus Hochverehrte Leserschaft!Bordenau liest und schreibt und singt und musiziert. Ein guter Klang geht nun zu Ende: Die Blasmusik der Bordenauer “Dorfmusikanten”. Aus Alters- und Gesundheitsgründen muss das 1987 unter anderem von Martin Sorgatz, Werner Kellner und Horst Krüger gegründete Ensemble die Instrumente ablegen. Dabei hatten sie sich in den letzten Jahrzehnten in Bordenau und weit darüber hinaus einen guten Namen gemacht. Legendär waren die Weinfeste, das Dorfmusikantenstadl , das Teichfest sowie die Mitwirkung bei “Bordenau macht Musik”. Außerhalb Bordenaus gab es regelmäßige Auftritte beim Hafenkonzert in Idensen, beim Schaumburger Abend im Schmiedegasthaus in Riepen oder an Himmelfahrt in Bullerdieks Biergarten in Frielingen. Repertoire und Können hatten sich mittlerweile deutlich erweitert, neben der gern gespielten volkstümlichen Blasmusik auch etwas modernere Stücke, auch Tanzmusik und Potpourris zum Beispiel von den "Beatles", von denen es damals hieß, sie seien nicht gesellschaftsfähig, und deren Songs uns heute wie schöne Melodien klingen. Daneben glänzte die Truppe auch mit böhmischen und mährischen Volksweisen. Über 400 Musikstücke zählte die Gruppe zu ihrem Repertoire und konnte damit auf alle Stimmungen und Musikwünsche des Publikums eingehen, auch ein großer Verdienst des seit 1999 tätigen Dirigenten und musikalischen Leiters Franz Bernert. Guter Geist und Vorsitzende war auch seit 1999 die einzige Dame der Gruppe, nämlich Elisabeth Schuhmacher, deren Ehemann Erich auch mitspielte; “Sonst hätte ich das auch nicht gewagt”. Kameradschaft und Zuverlässigkeit schufen Zusammenhalt und Beständigkeit, mit schöner Geselligkeit bei Sommerfest, Radtouren oder Weihnachtsfeier, bei denen die Partner eingebunden wurden. Nun gab es keine Nachfolger, die Stimmen fielen mehr und mehr aus. Jetzt sind alle traurig, da heißt es Abschied zu nehmen. “Ich hätte gern noch weiter gespielt”, sagt Gründungsmitglied und Schlagzeuger Horst Krüger, mit seinen rüstigen 82 Jahren bewunderswertes Urgestein der Dorfmusikanten. Und Elisabeth Schuhmacher ergänzt: “Gut, es gab eben keine Jugendarbeit, wir haben die Musik gemacht, die uns gefallen hat.” Ein guter Klang klingt aus und möge noch lange widerhallen in unserer Erinnerung.
Frauen am Ball Hochverehrte Leserschaft!Nun rollt morgen das Finale der Fußball-WM 2011 USA gegen Japan, genauer der Frauen-Fußball-WM. Es hat schon etwas Selbstverständliches, was vor Jahrzehnten undenkbar war. Da hieß es nur: Mädchen machen sowas nicht! Claus von Wagner stellt sich im vorletzten “Kicker” das Ganze einmal umgekehrt vor: DFB-Präsidentin Thea Dreißiger will den Männerfußball verbieten, er sei unästhetisch (besonders beim Spucken) und schade den Männerkörpern. Und wenn Klein-Fritzchen sagt, er möchte Fußballnationalspieler werden, dann sagt ihm die ältere Schwester demnächst nur: “Du bist ein Junge! Du darfst das nicht!” Und Harald von Martenstein macht sich im “Zeitmagazin” Gedanken über die veränderte Sprache der Sportkommentatoren: “Wenn ein Männerspiel schlecht ist, sagt der Kommentator: “Ein grottenschlechter Kick. Fußball zum Abgwöhnen!” Wenn aber ein Frauenspiel unterirdisch schlecht ist, äußert sich der Kommentator immer so: “ Es ist wirklich erstaunlich, welche Fortschritte der Frauenfußball in den letzten Jahren gemacht hat.” Und die HAZ untersucht an jedem Tag ein weiteres Vorurteil gegen Frauenfußball, ob zum Beispiel Abseits oder Elfmeter-Schießen bei den Frauen anders liefe. Nun, wir wollen hier nicht richten über Unterschiede beim Frauen- und Männerfußball, oder Veränderungen in der Männer- und Frauensprache, Lesen tun wir doch auch alle unterschiedlich. Wir wünschen uns jedenfalls gleichermaßen Männer und Frauen, die sich zur hochverehrten Leserschaft zählen! Und ab 5. August dürfen auch die Männer wieder spielen. Wir freuen uns jedenfalls demnächst auf gemischte Mannschaften, Entschuldigung, Frauschaften, mit oder ohne Trikottausch!
Video Battle Turnier Hochverehrte Leserschaft!Es handelt sich nicht um Hochkultur, und hat doch tausende junge Künstler erfasst. Es berührt die Sprachkraft Goethes und ist als Sprechgesang doch verpönt: Die Welt der Rapper, aus der HIPHOP-Kultur entstanden, wie Break Dance und Graphitti, worüber unser lesendes Dorf vor einigen Jahren unter der Initiative von Malte Möller auch berichtete. Der Rap begann als Kampfgesang und wird wegen seiner zum Teil rauen Sprache als gewaltverherrlichend abgelehnt. Dabei ist er gerade in den Ghettos Amerikas entstanden, als künstlerischer Kampf, als sogenannter Battle, um direkte körperliche und zerstörerische Gewalt zu vermeiden. Starke Worte und solche, die den Gegner angreifen, gehören dazu. Nun gibt es seit einigen Jahren das VBT : Video Battle Turnier. 2008 kam übrigens der Hagener Moritz Bibow bis ins Finale. Seit diesem Frühjahr treffen dort circa 1000 (!) Jugendliche, überwiegend männlich , zusammen, um sich mit künstlerischen Mitteln zu bekämpfen: Poesie als Waffe! Da werden Beats (Rhythmusfolgen) ausgegeben, zu denen die Teilnehmer Texte texten und im Sprechgesang singen; passend dazu wird ein Film gedreht an selbst gewählten Orten, und schließlich werden Beat, Gesang und Film zu einem Videofilm zusammen geschnitten. Das ist alles nicht einfach und erfordert entsprechende Kompetenzen - und Computer und Kameras. Und das VBT hat sich eigene Regeln gegeben: so hart die Texte auch sein mögen, sie dürfen nicht rassistisch oder sexistisch sein, eine nicht immer einfache Gratwanderung. Ein Bordenauer Rapper ist nun als letzer Neustädter ins 64tel-Finale gekommen: Anton Drebs, 15. Seit Jahren schon mit Rap beschäftigt, Auftritte unter anderen beim Weihnachtsmarkt in Bordenau, hier verrappte er ein altes Gedicht und bei einem Jugendgottesdienst an der KGS zum Thema Kinderarbeit und seit 2010 auch beim VBT, erst mit dem Künstlernamen “Toni Boy”, jetzt nennt er sich “SYNTAX”. Daran hätte auch Goethe wieder seine Freude, bezeichnet dieser grammatikalische Begriff genau das, worum es geht: den besten Satzbau. Wir dokumentieren hier einen seiner frühen, eben auch programmatischen Texte: “Wir sind die nächste Generation, doch manche kennen uns schon: Eltern, Geschwister, Cousins und Cousinen, alle sind dir wohl bekannt, und sie sind außer Rand und Band, wenn sie hören: Ey, krass, kommt alle her, Party 4live (sprich: for live), es schockt so sehr! Ich geb hier den Ton an! Jetzt ist die neue Generation dran!...Die neue Generation zeigt es der ganzen Welt! Das Telefon schellt, ich gehe ran, jetzt ist die neue Generation dran.” Dann viel Erfolg auf dem Weg ins Finale. Alle Videos sind über Youtube einsehbar. |
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