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Unser Dorf liest

Arbeitskreis "Unser Dorf liest"

Die wöchentliche Kolumne von Martin Drebs

(frühere Kolumnen finden Sie im  Archiv)

 

Kurzgeschichte
893. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 9.4.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Die Kolumne kommt diese Woche in einem etwas anderen Format.


„Osterzweifel“
892. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 30.3.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Zum Osterfest erreicht uns anonym das Gedicht „Osterzweifel“: „Wir wollen uns ja dem Neuen anvertrauen/ gemeinsam in eine fröhliche Zukunft schauen./ Doch hast du dich mit deinem Leben/ nicht vergeblich dem Tod ergeben?/ Seit ewig hauen sie sich hinieden/ in immer 30jährigen Kriegen./ So stirbt das Lächeln an zu vielen Orten/ und wir sind geborgen nur in deinen Worten./ Doch sollen wir das Leben hassen?/ Warum hast du deine Welt verlassen?/Wir suchen weiter nach der wahren Auferstehung,/ nicht nur als in sich selbst verlöschende Hoffnung.“ In diesem Sinne: Fröhliche Ostern!


„Gänseblümchen“ von Sieglinde Bohle
891. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 21.3.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Unsere Wochen der Bordenauer Schriftstellerinnen setzen wir heute mit dem Gedicht „Gänseblümchen“ von Sieglinde Bohle fort: „Mitten im Januar sah ich auf der Wiese/Ein paar Gänseblümchen steh´n./Sie blühten in der rauhen Brise/rosaweiß und wunderschön./Schon lange ist der Sommer fort,/doch die Natur ist weise,/schenkte uns an diesem Ort/kleine, helle Blütenkreise./Wie hat Mutti sie geliebt/und gern geseh´n,/auch ich freue mich, dass es sie gibt/und sie sogar jetzt auf der Wiese steh´n./Ihre sehr kurzen Stiele/pflücke ich ganz geschwind/mit dem einzigen Ziele,/sie zu stellen neben Muttis Bild./Jetzt müssen sie still und bescheiden/unter der dicken Schneedecke bleiben./Doch bald schon sind sie wieder da,/dann ist der Frühling schon ganz nah.“ Dieses kleine Gedicht schrieb Sieglinde Bohle im Andenken an ihre liebe Mutter im Januar 2010. Sie schreibt uns: „ Sie (die Mutter) liebte die kleinen, bescheidenen Gänseblümchen ganz besonders, gefolgt von Veilchen. Gänseblümchen hatte sie das ganze über in einer Minivase in der Küche stehen. Bei meinen Spaziergängen begegnen sie mir jetzt auch schon oft. Dann kann ich nicht anders, als sie zu pflücken und sie an ihr Bild zu stellen. Später folgt dann ein Väschen mit Veilchen.“


33. Bordenauer Scharnhorstlauf
890. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 12.3.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Am nächsten Sonntag, dem 18. März 2018, findet wieder der Bordenauer Scharnhorstlauf statt, im Jahr 2018 bereits im Frühjahr. Dann freuen sich die Veranstalter auf die 33. Austragung des Bordenauer Scharnhorstlaufs und hoffen wie in den Jahren zuvor auf viele aktive Teilnehmer und natürlich auch auf zahlreiche Zuschauer. Der Scharnhorstlauf ist auch 2018 wieder ein Wertungslauf im Sparkassen-Laufpass der Region Hannover. Jeder wird belohnt. Wir belohnen uns hier jetzt schon mit einem Blick in das Jahr 1957, als die Leine-Zeitung am 11. /12. Mai 1957 meldete: „Auf den Spielfeldern des Kreises Neustadt herrscht am Sonntag Pflichtruhe. An diesem Tag beherrscht der traditionelle Lauf zum Scharnhorstdenkmal in Bordenau das Sportgeschehen im Kreise. Die Leichtathleten, und hoffentlich auch Mannschaften der Rasensport treibenden Vereine, starten um 15 Uhr an der Blumenauer Straße in Wunstorf. Nachdem die vorjährige Veranstaltung etwas überschattet war von dem Unmut darüber, daß der siegreiche TSV Neustadt seine englischen Vereinsmitglieder mit in der Staffel eingesetzt hatte, möchten wir ganz besonders einen harmonischen Verlauf der Veranstaltung wünschen, so wie es fast immer war in der langen Reihe der Scharnhorstläufe.“ Das wünschen wir natürlich auch. Und vor allem harmonisches Wetter!


"Geboren 1940 – Erinnerungen, Gedanken und Geschichten“
889. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 28.2.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Die Wochen der Bordenauer Schriftstellerinnen beginnen heute mit Gisela Oberheu: Sie gilt als Bordenauer Urgestein, und ist doch selbst eine Zugezogene, wenngleich schon Anfang der 1950er Jahre. In ihrem im letzten Jahr erschienenen Buch „Geboren 1940 – Erinnerungen, Gedanken und Geschichten“, das auf großes Interesse gestoßen ist, schildert Gisela Oberheu ihr Leben. Und da sie in diesen Wochen im sonntagsvormittags mit kleinen Geschichten auch über Radio Leinhertz 106.5 zu hören ist, haben wir hier das Radio -Kapitel ausgewählt. „In unserer Küche stand ein kleines Radio. Das Radio spielte eine große Rolle in unserer Familie. Außer der Zeitung war es die einzige Verbindung zur großen weiten Welt. Gegründet wurde unser Sender von den Engländern 1945. Zu Anfang hieß er NWDR. Ab 1956 gab es zwei Sender, den WDR und unseren NDR. Jede volle Stunde gab es Nachrichten. Vormittags brachte der Rundfunk Schulfunk. Den habe ich gerne gehört. Zum Einstimmen wurde ein Stück aus der „Kleine Nachtmusik“ gespielt. An den Naturfreund, der uns Vogelstimmen vorstellte, erinnere ich mich. Oder „Geschichten vom Bauernhof“, „Neues aus Waldhagen“ mit Bauer Piepenbrink und Bauer Frühauf, Opa Negenborn, Krämer Schnack und Bürgermeister Kienappel. Es gab Berichte über die Arbeitswelt, zum Beispiel über den Bergbau. Am Nachmittag gab es als fortlaufende Serie „Wir lesen vor.“ Ganze Romane haben wir da zu hören bekommen. Dazwischen hörten wir die unterschiedlichsten Musiksendungen. Sonntagmorgen brachten sie zum Beispiel „Hafenkonzert“ vom Schuhlauer Fährhaus. Auch an „Wunschkonzerte“ und „Geburtstagsgrüße“ erinnere ich mich. Sehr bewegend waren Weihnachten die „Grüße von hoher See“, wo vom Matrosen bis zum Kapitän, die Männer, die mit ihren Schiffen über die Weltmeere fuhren, ihre Familien in der Heimat grüßen konnten. Sonntagvormittag haben wir immer sehr gerne „Zwischen Hamburg und Haiti“ gehört. Das waren Berichte von Menschen, die die Welt bereisten und uns erzählten, wie es in der übrigen Welt aussah. Das war immer spannend. Am Sonntagnachmittag brachte der Rundfunk Hörspiele für unsere Kinder. Daran erinnere ich mich gerne. Ein Hörspiel, weiß ich noch, hieß „Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv.“ Das Hörspiel gab es in Serie an mehreren Sonntagen. Und dann kamen die endlos langen Suchmeldungen. Frauen suchten ihre Männer, die im Krieg in Gefangenschaft geraten waren, Männer, die entlassen waren und ihre Familie nicht mehr fanden, weil sie geflüchtet oder ausgebombt waren. Als Kind fand ich es immer bedrückend wenn Eltern ihre Kinder suchten, weil sie sie auf der Flucht verloren hatten. Zum Abschluss dieser Sendung wurde für alle, die in Gefangenschaft waren, der Gefangenenchor aus Nabucco gespielt. Regelrechte Straßenfeger waren Hörspiele wie „Gestatten, mein Name ist Cox“ oder „Paul Tempel“. Der Sender kam aus Hamburg. Deshalb mussten wir uns jeden Morgen die „Wasserstände“ anhören. Es wurde auch über den Rundfunk bekannt gegeben, welche Schicht im Hafen zur Arbeit musste. Mit zunehmendem Straßenverkehr hörten wir auch den „Straßenverkehrsbericht“, aber die Staus in Hamburg interessierten uns nicht weiter. Wir waren froh, dass wir den Sender hatten. Trotzdem freuten wir uns als in den achtziger Jahren in Hannover ein Funkhaus gebaut wurde und unsere Rundfunksendungen jetzt regional aus Hannover kamen.“

Und jetzt gibt es auch noch den Bürgerfunk Radio Leinehertz 106.5.


Der Martin hat seine Schuldigkeit getan
888. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 14.2.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Uns erreichte dieser Tage ein politisches Gedicht, mit dem Titel „Der Martin hat seine Schuldigkeit getan, …“, das dem Karnevalslied von Jupp Schmitz von 1953 nachgebildet ist. Wir wollen es Ihnen nicht vorenthalten:
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei.
Die Schwüre von Treue - sie brechen entzwei,
von all deinen Sondierungen - nur noch Erinnerungen
dir wär fast noch das Außen gelungen,
wie schön Europa auch sei, für dich ist es vorbei.
Da hatte der Präsident gesprochen,
und du deine Absicht gebrochen:
aus Staatsräson wieder reingegeben
und in den Wochen nochmal gedreht dein Leben
wie süß Regieren jetzt sei, du bist nicht dabei.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei, nicht?
Ein Mensch kann sich ändern, nur die andern nicht?
Jetzt geht´s in Sack und Asche und leerem Blick:
Gedenke, o Mensch, du bist und zum Staube kehrst du zurück
Am Aschermittwoch ist alles vorbei,
Erfolge der Mühen – die brechen entzwei.
Minderheitenregierung wird es nicht geben,
Neuwahlen wollt ihr nicht wirklich erleben,
denn einige arbeiten schon fleißig
an einem neuen Dreiunddreißig.“


Die Blechtrommel in Wunstorf
887. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 7.2.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Nun ist der literarische Funken nach Süden in den Kulturring Wunstorf übergesprungen, denn mit der Dramatisierung der „Blechtrommel“ von Günter Grass, für die Bühne eingerichtet von Volker Kamm in der Inszenierung des Stuttgarter Alten Schauspielhauses gab es den weltbekannten Roman unseres Literaturnobelpreisträgers (1999). Natürlich spielte das hochprofessionelle Ensemble mit dem überragenden Raphael Grosch als Oskar Matzerath, der durch den ganzen Abend wie durch das Stück und die exemplarischen Romanausschnitte führte, mit der ganzen Virtuosität theatralischer Mittel und hat nicht nur vorgelesen wie „Unser Dorf liest“ 2003 „Im Krebsgang“ und bei der „Blechtrommel“-Show mit Ingolf Heinemann im Schloss. Dennoch gab es genug Trommel und Aale und Brausepulver in diesem zwar historischen, doch noch immer lesenswerten Roman. Allein die Skatspielerszene bei der Beschießung der Westerplatte ergriff das leider nur halbvolle Haus. Nun geht es weiter in der Klassiker-Reihe, mehr mit echten Theaterklassikern wie Gerhard Hauptmanns „Die Ratten“ am 13.März mit dem „Theater für Niedersachsen“ und am 5.Juni 2018 mit Lessings „Nathan der Weise“. Dieses Angebot ist diesmal wohl schon ausverkauft, auf Grund des hohen Publikumsinteresses plant der Kulturring eine weitere Vorstellung. Ausverkauft waren auch wir mit unserem „Nathan – Die Ringparabel“ (2005), die wir zu weltreligiöser Musik rund ums Mittelmeer auf Aramäisch, Arabisch, in Gebärdensprache und auf Deutsch vortrugen, damit auch der Letzte es noch begreift: Kultur will noch immer bilden, um die vermeintlich barbarische Natur des Menschen humanistisch und aufklärerisch zu binden, was zunehmend schwerer wird.


Literaturnobelpreis für Kazuo Ishiguro
886. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 1.2.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Wir haben Sie noch gar nicht darüber informiert, wer Ende 2017 den Literaturnobelpreis erhalten hat. Die Auszeichnung ging an den britischen Autor Kazuo Ishiguro. Der britische Schriftsteller japanischer Herkunft habe Romane von großer emotionaler Kraft geschrieben, begründete die Schwedische Akademie ihre Wahl. "Kazuo Ishiguro hat in Romanen von großer emotionaler Kraft den Abgrund unter unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloßgelegt." International bekannt ist er für seine Romane wie "Was vom Tage übrig blieb"- 1993 mit Anthony Hopkins verfilmt!-, "Als wir Waisen waren" oder "Alles, was wir geben mussten". Er wurde 1954 in Nagasaki geboren und kam schon 1960 mit seiner Familie nach Großbritannien. Seine ersten beiden Bücher spielen in seiner japanischen Geburtsstadt, später verlegte er den Schauplatz seiner Texte in seine neue Heimat. "Ich sehe zwar japanisch aus, bin aber ein britischer Schriftsteller", hat Ishiguro im vergangenen Jahr der japanischen Tageszeitung "Mainichi Shimbun" gesagt. „Was vom Tage übrig blieb" behandelt die melancholisch-bitteren Geschichte vom Leben eines Butlers in der Vor- und Nachkriegszeit und seinem in den Nationalsozialismus verstrickten Dienstherren. Der Roman erschien 1989. Wir haben ihn noch gar nicht gelesen, doch Daniel Kehlmann, Deutschlands bekannter Schriftsteller („Die Vermessung der Welt“, „Tyll“) sagt über ihn: "Er ist ein ganz würdiger Nobelpreisträger, und ich erlebe an dem Tag, da er den Nobelpreis bekommen hat und an den Tagen danach etwas ganz Bemerkenswertes: Alle möglichen Bekannten und Freunde schicken mir SMS darüber, dass sie sich so freuen. Sie freuen sich, weil dieser Autor sie zu verschiedenen Momenten ihres Lebens so gepackt und berührt und bewegt hat. D.h., man merkt plötzlich, das ist ein Schriftsteller, der eine sehr starke emotionale Wirkung auf viele Menschen ausgeübt hat." Und anders als Bob Dylan 2016 hat er sich den Preis in Stockholm auch selbst abgeholt. Also lesen wir einfach lassen wir uns anrühren!


“Eigentum"
885. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 20.1.18

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Noch zum erweiterten Jahresbeginn hat uns Johann Wolfgang von Goethe seine kurzen Gedanken zum „Eigentum“ mitzuteilen:
„Ich weiß, dass mir nichts angehört
Als der Gedanke, der ungestört
Aus meiner Seele will fließen,
Und jeder günstige Augenblick,
Den mich ein liebendes Geschick
Von Grund aus lässt genießen.“


“Ihre ID bitte ..."
884. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 2.1.2018

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Im neuen Jahr geht es bei aller Gemütlichkeit doch um unsere elektronische Überwachung, um den „gläsernen Menschen“. Was so alles schon über uns bekannt ist, zeigt sich, wenn wir eine Pizza bestellen wollen; so ging es letztens meinem Kumpel Matze fiktiv.
-Danke, dass Sie Pizza XXX angerufen haben. Kann ich Ihre …Matze: Hi, ich möchte etwas bestellen.-Kann ich bitte erst Ihre NIDN haben? Matze: Meine Nationale ID Nummer, ja, warten Sie, die ist 6102049998-45-54610. - Vielen Dank, Herr Schwan. Sie wohnen in der Rosenstraße 25 und Ihre Telefonnummer lautet 89 568 345. Ihre Firmennummer bei der Allianz ist 74 523 032 und Ihre Durchwahl ist -56. Von welchem Anschluss aus rufen Sie an? Matze: Hä? Ich bin zu Hause. Wo haben Sie alle diese Informationen her? - Wir sind an das System angeschlossen. Matze: Oh, natürlich. Ich möchte zwei von Ihren Spezial- Pizzen mit besonders viel Fleisch bestellen. -Ich glaube nicht, dass das gut für Sie ist. Matze: Wie bitte??! - Laut Ihrer Krankenakte haben Sie einen zu hohen Blutdruck und extrem hohe Cholesterinwerte. Ihre Krankenkasse würde eine so ungesunde Auswahl nicht gestatten. Matze: Verdammt! Was empfehlen Sie denn? - Sie könnten unsere Soja-Joghurt-Pizza mit ganz wenig Fett probieren. Sie wird Ihnen bestimmt schmecken. Matze: Wie kommen Sie darauf, dass ich das mögen könnte? - Nun, Sie haben letzte Woche das Buch 'Sojarezepte für Feinschmecker' aus der Bücherei ausgeliehen. Deswegen habe ich Ihnen diese Pizza empfohlen. Matze: Ok, ok. Geben Sie mir zwei davon in Familiengröße. Was kostet der Spaß? - Das sollte für Sie, Ihre Frau und Ihre vier Kinder reichen. Der Spaß, wie Sie es nennen, kostet 45 Euro. Matze: Ich gebe Ihnen meine Kreditkartennummer. - Es tut mir leid, aber Sie werden bar zahlen müssen. Der Kreditrahmen Ihrer Karte ist bereits überzogen. Matze: Ich laufe runter zum Geldautomaten und hole Bargeld, bevor Ihr Fahrer hier ist. - Das wird wohl auch nichts. Ihr Girokonto ist auch überzogen. Möchten Sie noch etwas? Matze: Nein, danke. Oh doch, bitte vergessen Sie nicht, die beiden kostenlosen Liter Cola einzupacken, die es laut Ihrer Werbung zu den Pizzen gibt. -Tut mir leid, aber die Ausschlussklausel besagt: keine Softdrinks für Diabetiker!


“Liebe ist was für Unglückliche”
883. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 27.12.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Noch bis Ende Januar 2018 sind in der Stadtbibliothek Neustadt die „WORT-GESTALTEN-FENSTERbilder oder Liebe ist was für Unglückliche“ von Gesa Elsner aus Neustadt zu sehen. Handelten die ersten WORT-GESTALTEN schwerpunktmäßig von Leben und Flucht(en), verlagerte sich die Arbeit mehr zu Leben und Liebe, Leben und verlorener Liebe, Verlassensein. Hier dokumentieren wir auf engerem Raum einen der besonderen Texte: „dezemberbuchen. wie sollte ich wissen/ unter dezemberbuchen/ im geflecht/ von winterlichtern/ dass deine hand/ danach/ nie wieder meine sucht/ dass deine hand/ nie wieder mir den schnee/ von meinen augen stäubt/ an meiner wange ruht/ und schweigt/ und mir das glück/ zu kosten gibt“ Zum Ende der Ausstellung wird es am Freitag, den 26. Januar 2018, um 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek Neustadt eine Lesung mit (weiteren) Texten “Liebe ist was für Unglückliche” und dem Projekt “Trommel & Wort” von und mit Mahmoud Chaban (Darbuka) und Gesa Elsner stattfinden. Der Eintritt ist frei. Und wir verbinden mit diesem Wortprojekt die schönsten Neujahrsgrüße!


Weiße Weihnachten
882. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 20.12.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Leise rieselt der Schnee…!“ Dieses weiße Weihnachten ist ein tief in uns wohnender Mythos - wie die Sehnsucht nach Frieden überhaupt. Ist es letztlich nur eine literarische Utopie? Dann lesen sie hier genau treffend richtig: „Wir wünschen Ihnen, Euch und uns eine gute Zeit! Ihr lesendes, immer wieder zu Utopien aufgelegtes Dorf“.


Bücherbude
881. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 8.12.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Nur noch eine Woche, dann heißt es endlich: „Alles muss raus!“ Die Bücherbude Bordenau auf der Bordenauerstraße Nummer 10 in der Holunderapotheke lädt ein zum „Tag des verschenkten Buches“, nämlich am Samstag, dem 16.Dezember 2017, zwischen 10 und 12 Uhr. Suchen sie sich umsonst ein Buch aus für sich und Ihre Lieben! Und die Bücher von, aus und über Bordenau kann man auch erwerben! Und gesunden Tee gibt´s umsonst vom literarischen Apotheker und leckere Plätzchen backt wieder unsere liebe Johanna! Und Lichter und literarische Häppchen steuert Martin bei! Herzliche Einladung, denn der Eintritt ist frei. Und was gibt es alles für tolle Bücher? Große, kleine, dicke, dünne, spannende Krimis und informative Bilderbücher, Reiseführer aus aller Zeit und literarische Klassiker, die Sie immer schon mal lesen wollten. Die Bücher wurden allesamt von Mitbürgern gespendet und wir dürfen diese ehrenamtlich umsonst an Lesehungrige abgeben. Und was können Bücher so alles in uns bewegen? Wie gut helfen sie unseren Kindern und Jugendlichen die Welt zu entdecken? „Jedes Buch sei wie eine Axt für das gefrorene Meer in uns“ heißt es bei Franz Kafka. Man könnte auch sagen, ein schönes Buch solle uns innerlich wärmen in schwieriger Zeit. Wie dem auch sei! Kommen Sie! Wir freuen uns!


Weihnachtsmarkt
880. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 27.11.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Es war einmal ein kleiner Tannenbaum im tiefen Tannenwalde, der wollte so gerne ein Weihnachtsbaum sein. Aber das ist gar nicht so leicht, als man das meistens in der Tannengesellschaft annimmt,…“ So beginnt die bezaubernde Kinderweihnachtsgeschichte von Manfred Kyber. Und er schreibt weiter“…, denn der Heilige Nikolaus ist in der Beziehung sehr streng und erlaubt nur den Tannen als Weihnachtsbaum in Dorf und Stadt zu spazieren, die dafür ganz ordnungsgemäß in seinem Buch aufgeschrieben sind.“ Wie es dem kleinen Tannenbaum dennoch gelingt, an Heiligabend geschmückt dazustehen, erfahrt ihr von der begeisternden Bärbel Wittich am Sonntag, dem 3. Dezember 2017, ab 17.00 Uhr in der St.Thomas-Kirche in Neustadt-Bordenau während des Weihnachtsmarktes. Für die großen Kinder geht es anschließend mit „Weihnachtserinnerungen“ von Dylan Thomas weiter: „Ein Weihnachten war dem anderen so gleich in jenen Jahren, die nun um die Meerecke der Stadt entschwunden und außer aller Hörweite sind, bloß dass ich manchmal einen Augenblick lang vor dem Einschlafen noch das ferne Gespräch ihrer Stimmen höre, dass ich jetzt nie mehr sagen kann, ob es sechs Tage und sechs Nächte lang geschneit hat, als ich zwölf war, oder ob es zwölf Tage und zwölf Nachte lang geschneit hat, als ich sechs war.“ So zauberhaft heiter-poetisch beginnen die Weihnachtserinnerungen des walisischen Dichters, in die wir gemeinsam schmunzelnd eintauchen wollen. Unser lesendes Dorf hat vor Jahren erfolgreich Dylan Thomas´ Hörspiel „Unter dem Milchwald“ vorgetragen. Jetzt konnten wir den großartigen Erzähler Andreas Wittich wieder gewinnen, uns mit seiner besonderen Stimme und großen rezitatorischen Wirkung im gedachten Lehnstuhl in eigene, weit entfernte Erinnerungen zu entführen. Annegret Scholz und Martin Drebs ergänzen ihn dabei mit lebendigen Dialogen. Kommen Sie und tauchen ein in eine längst vergangene Zeit, die dem Frieden der letzten Jahrzehnte geschuldet so nicht wieder kommen wird. Die Kirche ist geheizt, und so kann man sich im Laufe des Nachmittags auch bei anderen Programmpunkten aufwärmen, denn diese adventliche Stimmung gibt es nur in Bordenau! Eintritt frei!


Gutscheine zu Weihnachten
879. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 17.11.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Hand aufs Herz! Heute schon an Weihnachten gedacht? Oder zumindest an Weihnachtsgeschenke? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber so im Juni/Juli habe ich die besten Ideen für Geschenke, zum Beispiel ein Nackenmassagegerät. Dann schreibe ich mir die Ideen alle auf und verstecke den Zettel irgendwo im Kleiderschrank, damit die andern ihn nicht finden. Anfang Dezember suche ich vergeblich diesen wichtigen Zettel und gehe schließlich an Heiligabend zügig durch die zugige Einkaufspassage, in der sich die Geschäfte nach und nach vor mir schließen. Doch Vorsicht! In diesem Jahr fällt der 24.12. auf einen Sonntag, und es ist nicht damit zu rechnen, dass es einen verkaufsoffenen Sonntag gibt. Am besten, Sie bereiten sich zumindest mit einer Gutscheinaktion auf den schlimmsten Fall vor; und Ideen gibt es da genug: ein Dreierpack Schutzengel oder ein Koffer voller Sonne oder den letzten Wohlfahrtsbriefmarkensatz. Oder Sie kommen am Samstag, dem 16.Dezember 2017, zwischen 10 und 12 Uhr in die Bücherbude Bordenau, Bordenauerstraße 10; dort feiern wir den „Tag des verschenkten Buches“. Alles muss raus! Suchen sie sich umsonst ein Buch aus für sich und Ihre Lieben! Und die Bücher von, aus und über Bordenau gibt´s auch! Herzliche Einladung!


Bücherbude Bordenau
878. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 8.11.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!“ heißt es in der Bibel, und so sammeln fleißige Helfer in der Johannesgemeinde in diesen kühler werdenden Tagen in guter St.Martin-Tradition für Menschen in Not. Unsere kleine sympathische Initiative im Süden Neustadts beteiligt sich mit Spenden geistiger Nahrung aus der in der Holunderapotheke beheimateten Bücherbude Bordenau. Es wurden besonders ansprechende Bilder- und Kinderbücher ausgewählt, und ebenso solche, mit denen sich leicht Deutsch lernen lässt. Das Motto des Hausblättchen der Apotheken lautet ja: Lesen, was gesund macht. Und wir ergänzen: Spaß darf es auch machen und wach für die Dinge der Welt. Wie viel Wert kann ein Buch haben? Heute ist es oft nur noch Altpapier, was früher Ware und Bildungsgut. Doch für Menschen kann ein geschenktes Buch ein Schlüsselerlebnis werden. Und über die Kleideraktion hinaus können die übrig gebliebenen Bücher in das Angebot der „Tafel“ Neustadt einfließen. Und wir hier im Dorf feiern demnächst einen Dezembersamstag als „Tag des verschenkten Buches“. Alles muss raus, auch wenn ja in diesem ehrenamtlichen Projekt nicht ein Cent rollt: wir lesen weiter, auch in geschenkten Büchern, wenn sie gut sind, wach machen, zeitgenössisch und historisch aufklärend sind, Freude an der Welt vermitteln und eventuell dem Gemeinwohl dienen. In diesem Sinne: Weiterlesen!


IMMER WIEDER
877. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 27.10.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

So erreicht uns in diesen Tagen wieder ein Gedicht der Kleinheidorner Dichterin Barbara Weißköppel mit dem Titel IMMER WIEDER. Und die Besonderheit ist die poetische Anordnung von Großbuchstaben:
JAHR FÜR JAHR
BLICKEN UNS
DIE KASTANIEN AN.
WUNDERBAR GLÄNZEND,
PERFEKT GESTALTET, GUT
VERPACKT LIEGEN SIE DA.
REICHTUM, ÜBERFÜLLE,
PURE VERSCHWENDUNG!
IST ES DENN DER NATUR
VORZUWERFEN, DASS SIE
DAS TUT? NUR
UM ZU ERREICHEN, DASS
WIEDER WIRD, WAS
IMMER SCHON WAR?


Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
876. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 18.10.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Heute schauen wir weit über den Neustädter Tellerrand nach Frankfurt am Main. Dort erhielt zum Abschluss der Buchmesse 2017 die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Margaret Atwood, geboren am 18. November 1939 im kanadischen Ottawa, gilt als wichtigste und erfolgreichste Autorin Kanadas. Ihr Werk, bestehend aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern ist mittlerweile in mehr als 30 Sprachen erschienen. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeigt in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen. Als eine der bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit stellt sie die sich wandelnden Denk- und Verhaltensweisen ins Zentrum ihres Schaffens und lotet sie in ihren utopischen wie dystopischen (Gegenteil von utopisch) Werken furchtlos aus. Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachtet, zeigt sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann. Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz prägen die Haltung Margaret Atwoods, die mit wachem Bewusstsein und tiefer Menschenkenntnis auf die Welt blickt und ihre Analysen und Sorgen für uns so sprachgewaltig wie literarisch eindringlich formuliert. Durch sie erfahren wir, wer wir sind, wo wir stehen und was wir uns und einem friedlichen Zusammenleben schuldig sind.“ In ihrem 1985 (deutsch 1987) erschienenen dystopischen Roman „Der Report der Magd“ beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden. In ihrer Endzeit-Trilogie „Oryx und Crake“ (2003), „Das Jahr der Flut“ (2009) und „Die Geschichte von Zeb“ (2013, deutsch 2014) entwirft sie eine postapokalyptische Welt, durch die sie die ökologischen Auswirkungen und gefährliche Strömungen in der Gesellschaft ins Auge nimmt. Ihr Essay „Payback. Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands“ (2008) thematisiert die Voraussetzungen und Folgen der weltweiten Finanzkrise. In ihrer Dankesrede gab sie allerdings eine gewisse Orientierungslosigkeit zu, als sie sagte: „Wir wissen nicht genau, wo wir sind. Wir wissen auch nicht mehr genau, wer wir sind.“ Hoffen wir alle, dass wir in schwierigen Zeiten die Orientierung behalten!


Dankesrede
875. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 6.10.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Wir haben am Dienstag die Luther-Bibel im Original vorgelesen. Und noch bevor uns die Kritiken erreichen, hören wir mal in die kleine Abschlussfeier der Initiative hinein, da haben Ulla Domke und Sabine Rohe eine kleine Dankesrede gehalten, die mit Luther-Zitaten (im Folgenden immer kursiv! )so gespickt war, dass es eine helle Freude ist: „Liebe Annegret, lieber Martin, lieber Andreas! Wieder einmal haben wir es mit eurer Hilfe alle zusammen geschafft, eine wunderbare Lesung zu gestalten. Lasst uns ein wenig Rückschau halten: „Wo kein Wagnis, da kein Gewinn“, so sagte es sich schon einst der große Martin Luther, und Martin Drebs nahm sich dieses Wort zu Herzen. Aus der Erkenntnis , „die Heilige Schrift ist ein Fluss, in dem ein Elefant schwimmen muss und ein Lamm gehen kann“, leitete er für sich den Mut ab, der „Initiative Bordenau liest“, vorzuschlagen, aus der Bibel Martin Luthers von 1545 – vorzulesen. Unsere Anfänglich nicht geringe Skepsis legten wir dann aber dank Luthers Ermutigung ab: Sollen die Werke gut sein, so muss zuvor der Mann gut sein, der sie tut, denn wo nichts Gutes inne ist, da kommt nichts Gutes raus. …und, dass du, Martin, gut bist, das wussten wir ja aus vielen vorherigen Erfahrungen. Und so nahmen wir uns Folgendes zu Herzen: Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man Vertrauen zu ihm habe, und begannen, uns– nach dem Motto: „Nicht viel lesen, sondern gut Ding viel und oft lesen macht fromm und klug“ mit der Bibel vertraut zu machen. Für den einen oder die andere ein recht fremdes Terrain, aber, was sagte schon weiland Luther: Wir sind immer auf dem Wege und müssen verlassen, was wir kennen und haben, und suchen, was wir noch nicht kennen und haben. Im Laufe der Monate sammelte sich sehr viel Lesestoff an, denn jeder von uns entdeckte dann doch etwas im Buch der Bücher, das ihn oder sie überraschte, interessierte, das er für lesenswert hielt. Aber: Wortgeklingel verdrießt mehr, als dass es erbaut. Mit Wenigem viel sagen, das ist die Kunst; die größte Torheit aber ist's, viel zu reden und doch nichts zu sagen.… und getreu diesem Lutherwort begannen Annegret Scholz und Martin unserer Sammlung eine Ordnung und ein Gesicht zu geben, und fast jeder von uns musste seinen Text gewaltig kürzen, denn „Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig Minuten.“ Denkt euch nur, auch für ängstliche LeserInnen hatte Luther einen tröstlichen Rat: Tritt fest auf, mach's Maul auf, hör bald auf. Das Gelingen unserer Lesung wäre aber sicher gefährdet gewesen, wenn es nicht euren fürsorglichen Beitrag für unser Leibeswohl gegeben hätte, - ihr wisst ja, auch Luther war ein guter … Ich lobe eine reine, gute, gemeine Hausspeise. …und begeisterter Esser. Und zwischen unseren Beiträgen lauschten wir wieder einmal begeistert und voller Andacht der wunderschönen Musik, die Andreas Hagemann mitgebracht hat. Es fließt mir das Herz über vor Dankbarkeit gegen die Musik, die mich so oft erquickt und aus großen Nöten errettet hat. Diese Zwischenspiele eigneten sich aber auch besonders gut zur Besänftigung eventuell enttäuschter oder erboster Zuhörer, denn Luther sagt: Musik ist eine halbe Disziplin und Zuchtmeisterin, so sie die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht. …und noch ein Wort der Wittenbergische Nachtigall Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht. Uns übrigens auch! In dieser Art könnten wir jetzt noch eine ganze Weile so weitermachen, aber auch wir wollen uns an Luther halten: Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, dass er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret.Was wir eigentlich sagen wollten: Martin, Annegret, Andreas, lasst euch von Herzen für euren Einsatz danken! (Text und Zitatenauswahl: Ulla Domke)


Luther-Lesung am Tag der deutschen Einheit
874. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 27.9.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Wir möchten Sie für nächsten Dienstag, dem 3.Oktober 2017 ab 16.00 Uhr, ganz herzlich zu unserer Lesung von Auszügen aus der Original-Luther Bibel aus dem Jahre 1545 in die St.Thomas-Kirche nach Bordenau einladen. Durch seine sinnhafte und dichterische Qualität hat Luther die deutsche Schriftsprache wesentlich geprägt. Und für unser lesendes Dorf ist neben den großen deutschsprachigen Poeten und Schriftstellern und Sprachforschern eben dieses Buch eine besondere Grundlage unserer Lesetätigkeit. Oder wie Heinrich Heine meinte: „Wer über neuere deutsche Literatur reden will, muss mit Luther beginnen.“ Wir verfolgen damit das Ziel, unseren Zuhörern den Genuss zu verschaffen, Sprache von damals und heute zu vergleichen. Und wir lesen traditionell am 3.Oktober, dem „Tag der deutschen Einheit“, wohlgemerkt „der deutschen Einheit“, die auch durch die gemeinsame Sprachentwicklung sinnhaft und möglich wurde. Sicher, Luther war auch Antisemit, was leider einige in den letzten Jahrhunderten falsch verstanden haben. Jedoch zu einer guten Sprache, einer Sprache des Humanismus, zu Einigkeit und Recht und Freiheit gehört auch, sich mit diesen Quellen zu beschäftigen. Dazu treten entsprechende historische Musikdarbietungen aus der Lutherzeit: Andreas Hagemann als versierter Kenner mittelalterlicher Musik wird auf einer altertümlichen Gitarre spielen. Und wir singen gemeinsam einen Choral von Luther – begleitet durch die Orgel mit Dorle Hedderich! Der Eintritt beträgt acht Euro; Ablassbriefe, mit denen man sich von seinen Wahlsünden freikaufen kann, geben wir nicht mit aus!


Bundestagswahl 2017
873. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 23.9.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Morgen steht eine große Wahl an, die Bundestagswahl 2017. Wie immer sie ausgehen mag, wir wünschen uns doch eine hohe Wahlbeteiligung. Wer bisher zu wenig zu Wort gekommen ist, ist der sogenannte Nichtwähler. Hier bringen wir die „Bekenntnisse eines Nichtwählers“, in der Hoffnung, den einen oder die andere doch noch zu bewegen mit zu wählen: „Ich wähle nicht, weil ich meine, es bringt nichts, weil eine Stimme sowieso nichts verändern wird, weil ich den Politikern nicht die Rechtfertigung geben möchte, ich hätte ja mitgestimmt. Ich wähle nicht, weil ich mich nicht verantwortlich fühle für Straßen, Krankenhäuser, Kindergärten, Hundesteuer, weil ich nicht mitmachen will, weil ich diese Demokratie nicht für die beste aller Verfassungen halte, weil ich mich nicht für die Gestaltung der Welt interessiere, weil sie mir zu groß und unübersichtlich scheint, weil ich keine Zukunft sehe, weil ich lieber den Mund halte als anzuecken, weil ich lieber ein Untertan sein möchte, der gerne bevormundet werden möchte, weil ich bei den Parteien nicht mehr durchblicke, weil ich den Wahl-o-mat nicht spielen will, „undsoweiter- undsoweiter“, der nun schweigt und schweigt, bis sich alles Düstere erfüllt….“



Leni Höyns

872. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 7.9.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Wir sind alle etwas älter geworden in unserer Initiative „Bordenau – Unser Dorf liest“. Jetzt hat uns ein Gründungsmitglied für immer verlassen: Leni Höyns. Sie war vor zwanzig Jahren von Anfang an mit dabei und hat die kleinen und großen Lesungen mitgestaltet, machte beim Bordenauer FAUST von Goethe mit und entwickelte unser Kabarett, den „Bordenauer Stammtisch“. Dabei hat sie immer auch die lokalen Geschichten miteingebracht und uns im Dorf bekannter gemacht. Wir gedenken ihrer mit Freude, sie kennengelernt zu haben, ihre ruhige und doch heitere Art, ihre Möglichkeiten ausgleichend zu wirken. Und ihre große Leidenschaft für die Literatur stand dabei über allem. In den letzten Jahren war es ruhiger um sie geworden. Wir sind in Gedanken bei der Familie und winken Leni mit Joseph von Eichendorffs „Mondnacht“ nach:

„Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.“


„ … und hätte der Liebe nicht“ - Martin Luther und die deutsche Sprache!
871. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 30.8.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Wer hat die folgenden Ausdrücke in die deutsche Schriftsprache eingeführt: geistreich, im Dunkeln tappen, auf Herz und Nieren prüfen, recht und schlecht, die Hände in Unschuld waschen, langmütig , die Zähne zusammen beißen, das eigene Licht (nicht) unter den Scheffel stellen, sein Herz ausschütten, jemandem das Maul stopfen, Gewissensbisse haben, einen Denkzettel verpassen, aus seinem Herzen keine Mördergrube machen, kein Wolf im Schafspelz sein, auf Felsen, nicht auf Sand bauen, auf eigene Faust, keine Perlen vor die Säue werfen, Lückenbüßer, Lästermaul, Feuertaufe, Machtwort, Judaslohn, Lockvogel sein , Stein des Anstoßes, ein Herz und eine Seele, Feuereifer, Herzenslust, Barmherzigkeit, für immer und ewig, jemanden auf Händen tragen? Nun, wer war das? Richtig: Martin Luther in seiner Bibelübersetzung. Aus der Originalfassung von 1545 lesen wir am 3.Oktober 2017 ab 16.00 in der St.Thomas Kirche in Bordenau . Sozusagen als Vorgeschmack auf die Lesung gibt es einen Fachvortrag von Pastor Steffen Marklein am Dienstag, dem 26.9.2017, ab 19.00 Uhr im Gemeindehaus der St.Thomas-Kirche Neustadt-Bordenau, Am Kampe: „ … und hätte der Liebe nicht“ - Martin Luther und die deutsche Sprache!“ Der Eintritt zum Vortrag ist frei, schließlich sollt ihr richtig Deutsch lernen, doch für die Lesung verkaufen wir Ablassbriefe, mit denen ihr euch von euren Sünden freikaufen könnt. Oder ihr lest zur Strafe selbst!


20 Jahre Kolumne "Unser Dorf liest"
870. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 16.8.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Diese kleine Rubrik jährt sich in diesen Wochen zum 20. Mal. Oder anders gesagt: seit 20 Jahren erscheint fast jede Woche eine kleine literarische Kolumne unter dem Titel: „Bordenau – Unser Dorf liest“ in unserer Neustädter Zeitung. Seit 20 Jahren! Hätte man nicht gedacht, dass sich da so viel rumschreiben lässt! Übrigens hat es aus verschiedenen Gründen auch nur ganz wenige Wiederholungen gegeben. Und unsere allgemein verbindlichen Texte wurden selten angegriffen. Waren wir zu brav? Zu literarisch? Auch die Copyrights waren durchgehend geklärt, sonst haben wir gleich selbst die Texte erfunden. Und mit „Wir“ meine ich, Martin Drebs, der namenlose anonyme Ghostwriter, die vielen Mitmenschen, denen eine Chance zur Veröffentlichung geboten wurde, heimatlichen Dichtern genauso wie Denis Scheck zum Beispiel. Aus der Tagesschau war eine Transkription von Marcel Reich-Ranicki dabei! Denn die Kolumne bietet gewisse künstlerische Freiheiten, so waren manche Gastkommentare verdeckte Pseudonyme von mir!! Und ich wurde von den Redakteuren der Neustädter Zeitung aufs Vorzüglichste journalistisch betreut: da fehlte schon mal ein Komma, was sie ergänzten, oder auch die Rückfrage: willst du das wirklich so schreiben? Immer in grundsätzlichem Respekt! Einmal auch mit Foto, als beim Osterfeuer unser Garagenschild „Freiheit aushalten“ zerbrochen ward. Danke jedenfalls an die Neustädter Zeitung für 20 Jahre Kooperation! Was als PR-Aktion für „Bordenau – Unser Dorf liest“ begann, hat sich als längste Spezialsparte in unserer Zeitung ohne jegliche Honorarleistung bewährt; letzte Bemerkung auch als Info fürs Finanzamt. Und seit 1999 sind alle diese Kolumnen auch auf www.Bordenau.de dokumentiert. Dank dafür an den Betreiber der Heimatseite Klaus Detering, meinen niemals alten Freund; ich wollte im Jahre 2000 nach Goethes FAUST schon aufhören, doch Klaus sagte, schreib weiter, sprich weiter, denk weiter, und so sind schon wieder siebzehn Jahre dazugekommen. Tja, und jetzt gilt es zu feiern: kulturelle Nachhaltigkeit. Vielleicht mit einer Festschrift: die 20 schönsten Kolumnen der letzten 20 Jahre! Und die Leser wählen sie mit aus!


Mediapolis
869. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 9.8.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Jedes Buch hat seine Geschichte und sein Schicksal. Das Buch „Mediapolis. Augenblicke einer Jugend“ von Paul FF. Cornelius ist zwar schon 2005 im Rübenberger Verlag von Tanja Weiß in Neustadt erschienen, und die Buchbesprechung, die wir hier bringen, ist 2013 von Simone W. auf der Seite literatur-begeisterte-fee.@blogspot.com veröffentlicht worden, hat aber auch heute noch nichts von ihrer Aktualität verloren. Ein junger Mann namens Phil erkrankt durch die Bilderflut eines übermäßigen Fernsehkonsums. Man liefert ihn in eine Anstalt, die jedoch mit Heilung nichts zu tun hat - im Gegenteil: Man erforscht hier, wie Bilderfluten auf den Menschen wirken und führt Versuche an den Probanden durch, die an finsterstes NS-Regime/totalitäres System erinnern. Marie, eine aufstrebende junge Journalistin besucht diese Anstalt, um einen Artikel darüber zu schreiben. Wird sie Phil helfen können oder lässt sie sich von der Macht verführen? Simone W. schreibt dazu: „Allem voran muss ich sagen, dass mir die Story sehr gut gefallen hat. Sie stellt die Problematik des "Sehens" mit all seinen Facetten in einen Zusammenhang mit der Medienindustrie, die ohnehin mit der Werbung manipulativ in unseren Köpfen die Realität "zusammenzimmert". Hier stellt sich die Frage, wer eigentlich der "Kranke" ist: Phil oder die, die in der Anstalt grausame Experimente an ihm durchführen. Der Leser wird aus seinem Schonraum gerissen, denn Medien umgeben uns nahezu überall. Schnell ist ein Smartphone überwacht und der Email-Account gehackt, und was der Dieb dann in den Händen hält, ist nicht mehr und nicht weniger als unser gesamtes digitales Leben! Realität fließt ins Virtuelle - heute mehr als je zuvor. Manche User sind bei Facebook "dauer-online" und verschwinden in kleinen kostenlosen Spielen, die sie teuer mit ihren sozialen Daten bezahlen. Der Autor beschwört hier ein "Medien-1984" herauf, das uns gar nicht schmecken dürfte. Je nach Blickwinkel verändert sich die Realität. Nur das, worauf die Bilder verweisen, nämlich unsere Sehnsucht nach dem "Wahrhaftigen Erleben", kann man niemandem nehmen. Die Handlung setzt beim gealterten Phil an, der einem Reporter von Marie erzählt und ihm die Geschichte als Manuskript anvertraut. Von dort wird die Vergangenheit als gelebte Gegenwart aufgearbeitet und dann chronologisch bis zum Ende erzählt. Möglicherweise hätte man auch direkt mit Phils " Fernsehschädigung" beginnen können, denn diese Szene ist sehr intensiv. Von dort an gewinnt das Buch kontinuierlich an Spannung. Der Autor vermischt in diesem Buch verschiedene Textarten zu einer, wie er es selber nennt, "Bilder-Collage". Es treffen trockene journalistische Passagen auf lyrische Elemente, zitierte Einschübe und sachliche Analysen. Mir persönlich wog das "lyrische Element" zu schwer, aber das ist Geschmackssache. Zudem stellte sich mir die Frage nach der Zielgruppe, denn der Autor, selbst sehr belesen, verwendet sowohl gerne Fremdwörter als auch wissenschaftliche Theorien aus Politik und Philosophie. Ohne Vorwissen mag es für den weniger Belesenen schwieriger werden. Allerdings sind die Zitatpassagen mit einer Quelle versehen und es ist dem Leser durchaus zuzumuten, mal nachzuschlagen und die Passagen im Original zu lesen. Inhaltlich sind die Dialoge tief, aber manchmal mit der typischen Einleitung "Er sagte:" versehen. Besonders haben mir die Figuren gefallen. Sie sind liebevoll ausgestaltet und scheuen sich nicht vor einem Blick in die Tiefe menschlicher Schwächen und Unzulänglichkeiten. Wer bis jetzt alles verfolgt hat weiß, dass ich von diesem Buch begeistert bin, weil es eine Message hat und handwerklich gut gemacht ist. Ich lege es euch an Herz! Manche Kritik holt uns bereits ein und wir stecken fest im Sumpf aus Bildern und multiplen inneren virtuellen Realitäten. Dieses Buch tritt den Beweis an, dass sich Qualität auch im Kleinverlag finden lässt! Fazit: Unbedingt lesen!


Starkes Deutsch
868. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 2.8.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Sozusagen als Vorgeschmack auf unsere Lesung „Starkes Deutsch – Lutherbibel im Original“ am 3. Oktober 2017 haben wir für Sie einen entsprechenden Fachvortrag zur Vorinformation: Am Dienstag, dem 26.9.2017, wird ab 19.00 Uhr im Gemeindehaus der St.Thomas-Kirche Bordenau, Neustadt am Rübenberge , Pastor Steffen Marklein, Referent für Bibelarbeit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Theologischer Studienleiter der Hannoverschen Bibelgesellschaft e.V. einen abwechslungsreichen Vortrag mit Gespräch halten: „ … und hätte der Liebe nicht“ - Martin Luther und die deutsche Sprache! Kein anderes Buch hat die deutsche Sprache mehr beeinflusst als die Bibelübersetzung Martin Luthers. Sprachbilder, Satzkonstruktionen und neue Wortschöpfungen sind tief in die Entwicklung einer gemeinsamen hochdeutschen Sprache eingegangen. In der Alltagssprache sind Worte wie zum Beispiel Lückenbüßer, Barmherzigkeit, Feuereifer oder wetterwendisch bis heute gebräuchlich. Nachgezeichnet werden Stationen der Hochschätzung und auch Kritik dieser Wirkungsgeschichte. Sie reichen weit über den Rahmen des kirchlichen Gesprächs hinaus. Literatur, Kunst, Musik und Philosophie greifen die Diskussionen in eigenen Fragestellungen auf. Es öffnen sich facettenreiche Perspektiven. Im Geheimnis der Sprachbildung berühren sie unser Leben tiefer als wir für gewöhnlich glauben. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Herzliche Einladung !


Die Lutherbibel von 1545 wird gelesen
867. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 26.7.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Mitten in diesem Sommer dürfen wir Ihnen unser neues literarisch-musikalisches Projekt für den Herbst vorstellen: Am 3.Oktober 2017 möchten wir in einer besonderen kulturellen Veranstaltung in der St.Thomas Kirche in Bordenau ab 16.00 Uhr Auszüge aus der Original-Luther Bibel aus dem Jahre 1545 lesen! Die im Oktober 2016 erschienene Ausgabe ist eine weitere Übersetzung nach über 400 Jahren; diese soll wohl wieder näher an Luther kommen, wir lesen aus dem Original von 1545! Durch seine sinnhafte und dichterische Qualität hat Luther die deutsche Schriftsprache wesentlich geprägt. Und für unser lesendes Dorf ist neben den großen deutschsprachigen Poeten und Schriftstellern und Sprachforschern eben dieses Buch eine besondere Grundlage unserer Lesetätigkeit. Oder wie Heinrich Heine meinte: „Wer über neuere deutsche Literatur reden will, muss mit Luther beginnen.“ Wir verfolgen damit das Ziel, unseren Zuhörern den Genuss zu verschaffen, Sprache von damals und heute zu vergleichen. Jeder unserer Vorleser hat sich ein oder zwei Stellen aus der Bibel ausgewählt und dann in der Originalfassung einstudiert. Wir werden sie in bewährt-lebendiger Qualität vortragen. Dazu treten entsprechende historische Musikdarbietungen aus der Lutherzeit, die eventuell durch die Orgel in der Kirche, oder durch historische Instrumente gespielt werden. Angefragt ist Andreas Hagemann als versierter Kenner mittelalterlicher Musik auf der Gitarre und Laute - Luther liebte Laute! Und wir singen gemeinsam ein Lied von oder über Luther! Herzliche Einladung ! In der nächsten Woche informieren wir Sie über einen Fachvortrag zum Thema „Luther“.


Arno Surminski
866. Artikel der Aktion UNSER DORF LIEST vom 13.7.2017

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Poggenhagen ist ja noch kein Vorort von Bordenau; dennoch springt der literarische Funken immer wieder über, denn es ist schon was Besonderes, wenn am Sonntag , dem 16. Juli 2017, ab 16.00 Uhr der 82jährige Arno Surminski im Landgasthaus Meyer Geschichten aus seiner ostpreussischen Heimat vorstellt. Arno Surminski  wurde 1934 in Jäglack bei Drengfurth/Ostpreußen geboren und  ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Er ist nicht so bekannt wie Siegfried Lenz, dennoch genauso produktiv. Und er wurde einem größeren Publikum durch seine Novelle - erzählt nach einer wahren Begebenheit - von 2008 bekannter: „Die Vogelwelt von Ausschwitz“.  Im Klappentext heißt es dazu: „Als der Gefangene Marek zum Skizzenmaler für den KZ-Wachmann Hans Grote bestimmt wird, um ihm bei der Erkundung der Vogelwelt des Lagers zu assistieren, glaubt er sich bald in Freiheit, bei seiner Verlobten Elisa in Krakau. Er irrt. Um zu überleben, wird er lernen müssen, klein zu denken: zeichnen, tote Tiere präparieren, nicht über die Weichsel schwimmen, den Gestank der Krematorien riechen, die Wiegenlieder der Frauen auf dem Weg in die Kammern hören, keine Fragen stellen, Geduld haben. Und vor allem: niemals krank werden. Arno Surminski zeichnet dabei ein erschütterndes Psychogramm zweier Männer, die sich vor dem unvorstellbaren Grauen des Vernichtungslagers in eine Scheinidylle flüchten. Die alltäglichen, lapidar geschilderten Bilder des Schreckens treffen seine Protagonisten nicht, aber uns - mitten ins Herz.“ Am nächsten Sonntag  nun wird Surminski aus den Erzählungen  „Als der Krieg zu Ende ging“, „ Die Reise mit der masurischen Eisenbahn“  und „Im Garten des Schönen“ vorlesen. Und auf Surminskis Heimatseite  liest man zu diesen Erzählungen Hinweise wie „Masuren gehört dem lieben Gott. Wir sind nur seine Gäste“ und „Da war noch etwas gutzumachen, eine Kleinigkeit wiederherzustellen, die der Lauf der Weltgeschichte verrückt hatte …“. Wir dürfen uns auf diesen besonderen literarischen Zeitzeugen freuen. Die Lesung findet statt im Rahmen der Ostpreußen-Reisegruppe, die bereits ab 15.00 Uhr Reiseerlebnisse austauschen will.  Und es sind auch jene Heimatvertriebenen, die sehr genau wissen, was das Wort bedeutet und die dann den neuen Flüchtlingen erst recht haben helfen wollen. Herzliche Einladung also!


Martin Drebs, Initiator von "Unser Dorf liest" 

(mehr Infos zu Martin Drebs)

Tel. 05032-1426, FAX 05032-915202
E-Mail: Unser Dorf liest@Bordenau.de


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