Scharnhorst-Läufe

 von Claus-Dieter Gelbke, Bordenauer Chronik

Redaktioneller Stand: Ende 2007

Scharnhorstlauf 1982 mit Gerhard Schröder, Foto: Archiv Gelbke

  
Die Scharnhorst-Läufe zur Erinnerung an den großen Sohn der Region, Gerhard von Scharnhorst, wurden bisher in drei Zeitabschnitten durchgeführt und zwar von 1922 bis zum 2. Weltkrieg und von 1948 bis 1960 (jeweils mit jährlich wechselndem Start in Neustadt und Wunstorf und Dauer-Ziel am Scharnhorst-Denkmal in Bordenau) sowie von 1980 bis 1986 (in der Gemarkung Bordenau; in den meisten Fällen von der Scharnhorst-Schule zum Scharnhorst-Denkmal). In den Jahren 1980 bis 1986 wurden die Läufe vom Scharnhorst-Komitee veranstaltet und von der Leichtathletiksparte des TSV Bordenau ausgerichtet (zumeist am Himmelfahrtstage). Den Hauptpreis für Mannschaften, den „Scharnhorst-Pokal“, gewannen während dieser Zeit: 

1980 bis 1982   TSV Bordenau
1983                Wacker Osterwald
1984 bis 1986   Germania Helstorf  

Damit gingen die vom Scharnhorst-Komitee bzw. von der Stadt Neustadt gestifteten Pokale nach jeweils dreifachen Sieg endgültig in den Besitz des TSV Bordenau und des SV Germania Helstorf über.  Ab 1982 wurden auch Einzelläufe, zunächst nur für Männer, später auch für Frauen, in den Wettbewerb aufgenommen. 

Prominentester Läufer war in all den Jahren 1982 der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Gerhard Schröder, der danach niedersächsischer Ministerpräsident wurde und später sogar das Amt des Bundeskanzlers inne hatte. In den genannten sieben Jahren nahmen insgesamt rd. 1.900 Läuferinnen und Läufer aus Vereinen der näheren und weiteren Umgebung, sogar aus der Normandie, an den Läufen teil. Während jedoch in den ersten Jahren noch jeweils über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verzeichnen waren, ging ihre Zahl in der Folgezeit stetig zurück und betrug 1986 nur noch rd. 150. Es liefen dann nur noch 18 Mannschaften, wovon der TSV Bordenau allein sieben stellte. Da angesichts dieser Beteiligung der Aufwand der zahlreichen Helfer als zu groß angesehen wurde, wurde der Scharnhorst-Lauf in Bordenau ab 1987 eingestellt. 

Die Tradition der Scharnhorst-Läufe setzt seit 1992 in Sachsen-Anhalt der VfB Scharnhorst Großgörschen fort; dazu stiftet das Scharnhorst-Komitee Bordenau alljährlich einen Siegerpokal. 

Am Sonnabend, d. 17. Juni 2000, wurde vom Verband der Reservisten der Bundeswehr, Kreisgruppe Hannover, in Zusammenarbeit mit dem Scharnhorst-Komitee Bordenau sowie den Städten Neustadt und Wunstorf erstmalig ein Scharnhorst-Gedächtnis-Marsch über Strecken von 20 und 30 Kilometer rund um das Steinhuder Meer mit Start und Ziel jeweils an den Strandterrassen Steinhude durchgeführt. Rund 300 Teilnehmer, sowohl Reservisten und aktive Soldaten als auch viele Hobbywanderer, nahmen daran teil. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten Appell und Stärkung bei Bratwurst und Getränken auf dem Bordenauer Gutshof. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Osterwalder Musikfreunde.  

Der Marsch, der der Begegnung zwíschen Bürgern in Uniform und Zivil dienen soll, fand auch in den Jahren 2001 bis 2008, jeweils im Monat Juni, mit fast immer mehr als 300 Teilnehmern statt.

An der Abschlussveranstaltung im Jahre 2001 im Garten des Scharnhorst-Gutes nahm der Chef der Bückeburger Fürstenfamilie, Erbprinz Alexander zu Schaumburg-Lippe, teil.

Im Jahre 2003 sorgte die Reservistenkameradschaft Klein Heidorn für besonderes Aufsehen; marschierte sie doch in preußischen und hannoverschen Uniformen von 1813 sowie in preußischen Uniformen aus dem ersten Weltkrieg. An der Abschluss-veranstaltung am Geburtshaus von Scharnhorst in Bordenau nahm auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Brüning teil.

Der Marsch 2005 endete in Steinhude vor den Strandterrassen mit einem Empfang zu Ehren des 250. Geburtstages von Scharnhorst. Begrüßt werden konnten neben Soldaten der Feldjäger und den Reservisten aus Klein Heidorn in historischen Uniformen wieder Marschteilnehmer aus ganz Niedersachsen. Ehrengast war die Bundestagsabgeordnete Monika Brüning (CDU). Im Rahmenprogramm trat die Musik- und Showguard Poggenhagen auf. Im Mittelpunkt des Empfangs stand die Verteilung von Spendengeldern, die Sponsoren für die dreimalige Umrundung des Steinhuder Meeres durch den Langenhagener Hans-Jürgen Türk in nur 17 Stunden zur Verfügung gestellt hatten.

In den Jahren 2006 bis 2008 wurde der Marsch jeweils beim Schloss in Hagenburg gestartet. Alternativ wurden zehn und 20 Kilometer lange Strecken angeboten. Zielpunkt war in allen Fällen die Alte Moorhütte in Mardorf. Von dort wurden die Teilnehmer mit Booten zum Anleger an den Strandterrassen Steinhude gebracht, wo die Schlussveranstaltungen stattfanden.

Im Jahre 2008 wurde mit 487 Teilnehmern ein Rekordergebnis erzielt. Beim Schlussappell an den Strandterrassen wurde dem Präsidenten des Scharnhorst-Komitees, Klaus Jürgen Kortmann, für die Übernahme der Schirmherrschaft der Märsche vom Präsidenten des Verbandes der Deutschen Bundeswehr das Ehrenzeichen in Silber verliehen.

 

 

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